So bemaßen Sie den Grundriss richtig

Der Grundriss stellt die Basis für jedes Bauvorhaben dar. Ohne ihm könnten Sie dieses weder richtig planen noch genau umsetzen. Dabei ist nicht nur der richtige Grundriss selbst, sondern vor allem die richtige Bemaßung wichtig. Diese sorgt dafür, dass er richtig dargestellt wird und somit genauen Maßen entspricht. Dies gilt selbstverständlich in Verbindung mit dem Maßstab.

Ist der Grundriss nicht korrekt, können einerseits Bauvorhaben nicht konkret und genau durchgeführt werden. Andererseits macht auch die weitere Planung auf Basis von falschen Grundrissen keinen Sinn. Immerhin stellt dieser den Anfang eines jeden Projekts da. Ist er falsch, können es die darauffolgenden Schritte auch nur sein. Aus all diesen Gründen ist bei der Erstellung des Grundrisses höchste Vorsicht geboten. Sind Sie nicht versiert in diesem Bereich, könnten Sie die Idee bekommen, dass die eigentliche Zeichnung des Grundrisses, den schweren Teil darstellt. Dabei sind es die Verwendung der korrekten Maße sowie die dazugehörige richtige Umrechnung und Einzeichnung, welche Probleme bereiten können.

Bemaßung: Diese Vorgaben gibt es

Die Bemaßung gehört zu den wichtigsten Aspekten eines jeden Bauprojekts und muss deswegen korrekt erfolgen. Das Ziel dahinter ist die vereinfachte Darstellung sowie Übernahme von Maßen. So sollen diese einfach entnommen werden, ohne weitere Berechnungen durchführen zu müssen. Dieser Punkt wird aber nicht nur durch die Genauigkeit in der Zahl, sondern auch in der Schrift beeinflusst. Denn die Schrift, mit welcher die Maße eingezeichnet werden, muss überhaupt zu einer fehlerfreien Übernahme der Maße führen können. Deswegen werden dementsprechend Normen und Vorschriften vorgegeben, welche die Bemaßung und deren Eintragung in den Grundriss berücksichtigen.

Außerdem gilt zu beachten: Je komplexer der gezeichnete Bau ist, desto komplizierter wird natürlich die Bemaßung.

So finden Sie den richtigen Maßstab

Für die Eintragung der richtigen Maße ist der richtige Maßstab ebenso wichtig. Dabei stellt der Maßstab das Verhältnis dar, in welchem die Zeichnung zum realen Bauvorhaben steht. Er ist dementsprechend wichtig, um den Bau erfolgreich durchzuführen. Fehler im Maßstab dürfen niemals vorkommen.

Bevor Sie ein Bauvorhaben planen möchte, muss dennoch der richtige Maßstab gefunden werden. Die Aufschlüsselung des Maßstabs ist dabei ganz einfach. Die Zahl hinter dem Doppelpunkt steht einfach für den Faktor, um welche das Projekt kleiner dargestellt wird. Fachsprachlich finden Sie diese Zahl als “Verhältniszahl”. Wie diese ausfällt, hängt von ganz einfachen Komponenten ab. So soll der Plan einfach auf ein Zeichenpapier übertragen werden können und dabei alle Details enthalten.

Der Maßstab wird also diesem Ziel angepasst. Nichtsdestotrotz sind einige Vorgaben gegeben, welche auch die Verhältniszahl betreffen. Das verwendete Verhältnis kann von den Vorgaben der jeweiligen Ämter beeinflusst werden und dementsprechend verschiedenen ausfallen. Darüber hinaus sind auch unterschiedliche Maßstäbe für unterschiedliche Pläne vorgesehen. In der folgenden Liste haben wir Ihnen die wichtigsten Vorgaben zusammengestellt:

  • Vorentwurfszeichnung: 1:200/1:500
  • Lageplan: 1:500/ 1:1000
  • Entwurfszeichnung: 1:100
  • Bauvorlagenzeichnung: 1:100
  • Detailzeichnung: 1:1/1:5/1:10/1:20
  • Ausführungszeichnungen: 1:50

Wichtige Aspekte neben dem Maßstab

Im Volksmund besteht die Annahme, dass der richtige Maßstab für eine reale Visualisierung von Bauvorhaben reicht. Dem ist nicht der Fall. Damit ein Grundriss richtig dargestellt werden kann, kommen auch andere Aspekte zum Einsatz. Hierzu gehören

  • Maßlinien: Sie grenzen Schnittflächen und Ansichten ein. Werden Maßlinien eingezeichnet, finden Sie sie als feine Volllinien und vor allem in genauen Abständen. Denn sie müssen auf jeden Fall einen Abstand von 10 Millimetern zur Körperkante aufweisen als auch 7 Millimeter von der parallelen Maßlinie entfernt liegen. Darüber hinaus gibt es Vorschriften, wie die Maßlinie nicht sein darf. Sie muss demnach im rechten Winkel stehen und darf sich nicht kreuzen.
  • Begrenzung der Maßlinien: Wird eine Maßlinie eingezeichnet, muss genau ersichtlich sein, wofür diese gilt. Deswegen ist die Begrenzung der Maßlinien wichtig, welche ebendies beschreibt. Sie werden mit Schrägstrichen gekennzeichnet, welche genau 4 Millimeter lang sind und in einem 45° Winkel stehen. Andernfalls darf die Begrenzung von Maßlinien auch durch einen Punkt erfolgen. Im Vordergrund steht die genaue Begrenzung.
  • Maßzahlen: Maßzahlen stellen schlichtweg das Maß selbst dar. An Ihnen erkennen Sie die Maße der einzelnen Maßlinien. Es gibt hierbei genaue Vorgaben, welche beachtet werden müssen. So werden die Maßzahlen über den Maßlinien eingetragen, wobei ein kleiner Abstand bestehen soll. Die Schrift muss mindestens 3,5 Millimeter groß sein. Dadurch soll ein einfaches Ablesen ermöglicht werden. Sie haben bestimmt schon einmal einen Grundriss gesehen. Meistens stehen die Maßzahlen in der Mitte der Maßlinien. Bei umfangreichen Bauprojekten kann es jedoch zu Platzmangel am Papier kommen, weswegen sie in diesem Fall auch an die Seite versetzt werden können. Der Fokus liegt lediglich auf der sofortigen Erkenntnis der Maßzahlen und der zugeordneten Maßlinien. Vorsicht: Unabhängig vom Maßstab werden im Plan die Maße der realen Bauelemente angegeben. Der Maßstab dient nur zur Veranschaulichung.
  • Maßeinheit: Sie beschreibt die Einheit, in welcher die Maßzahlen geschrieben sind und somit im weiteren Sinne auch die eigentlichen Maße der Maßlinien. Hier kommen in der Regel Meter und Zentimeter zum Einsatz. Dabei gilt: Maße unter einem Meter werden in Zentimeter angegeben (beispielsweise 96 cm) und Maße über einem Meter werden in Meter angegeben (beispielsweise 2,3 m). Darüber hinaus werden auch Bruchteile von Zentimetern angeben. Dies ist für die Genauigkeit des Grundrisses unabdinglich. Die verwendete Maßeinheit ist in der Regel zwar logisch zu erkennen oder zumindest zu erahnen. Sie muss dennoch im Schriftfeld des Planes angegeben werden.

Diese Bemaßungen gibt es

Einen Grundriss zu lesen, ist weitaus einfacher, als ihn zu zeichnen. Denn beim Ablesen erscheint alles klar und deutlich. Es gibt ein paar Maßlinien, welche mit Begrenzungen beendet werden und daneben eine Maßzahl stehen haben – einfach. Doch es gibt unterschiedliche Bemaßungen, welche beim Zeichnen berücksichtigt werden müssen. Für jede dieser Arten herrschen eigene Vorgaben.

  • Längenbemaßung: Sie stellt die Größe beziehungsweise Länge aller Außenmaße dar. Dies beinhaltet beispielsweise die Maße der einzelnen Außenwände.
  • Bezugsbemaßung: Die Bezugsbemaßung ist nichts anderes als ein Maß, welches eine bestimmte Linie meint. So sind die Maßzahlen einfach Bezugsbemaßungen für die Maßlinien. Denn sie beziehen sich direkt auf ebendiese, was durch die Beschriftung in ihrer Nähe erkenntlich ist.
  • Höhenbemaßung: Sie dient zur Maßangabe von Höhen. Dabei ist sie vor allem für die Maßangabe von der Höhe vom Räumen, Geschossen, Fenstern und Türen maßgeblich.
  • Tabellenbemaßung: Dank der Tabellenbemaßung können Maße auch durch Maßbuchstaben dargestellt werden. Der Zweck ist derselbe, wie jener der Maßzahlen. Dabei eignet sich die Tabellenbemaßung jedoch, wenn gleiche Bauelemente bestehen, welche unterschiedliche Maße aufweisen. Für die Umrechnung von Zahl zu Buchstabe wird eine Tabelle erstellt (daher auch der Name), in welcher alle Zahlen addiert werden. Infolgedessen werden die Zahlen mit dazugehörigen Buchstaben versehen, welche der Größe der Maßzahlen entsprechen und überdies klein geschrieben sein müssen.
  • Dickenbemaßung: Dass es sich um die Dickenbemaßung handelt, erkennen Sie durch ein kleines t direkt vor der Maßzahl. Sie beschreibt die Dicke einzelner Bauteile und kann sowohl im Grundriss als auch daneben angegeben werden.
  • Winkelbemaßung: Mittels der Winkelbemaßung soll der Verlauf einzelner Bauteile festgehalten werden. Hier können Sie beispielsweise an Wände und Decken denken, welche womöglich einen schiefen Grund haben. Auch die Winkel an den Kanten werden damit umschrieben, wodurch der Plan bis auf den letzten Grad genau gezeichnet und beschriftet wird.