Esszimmer im Wohnzimmer: Was bedeutet das?

Heute entscheiden sich viele dafür, Wohn- und Essbereich miteinander zu integrieren. Statt den Esstisch und damit den Mittelpunkt von Frühstück, Mittag- und Abendessen beispielsweise in der Küche zu platzieren, bevorzugen viele die Essecke im Wohnzimmer. Doch nicht nur die Sitzgruppe zum Essen macht den Essbereich im Wohnzimmer aus. Zusätzlich entscheiden sich viele außerdem dazu, hier einen Geschirrschrank oder eine Geschirrvitrine neben dem Esstisch zu platzieren, damit das Geschirr direkt dort gelagert werden kann, wo es am meisten gebraucht wird. Lediglich Lebensmittel und Gewürze finden in der Regel keinen Einzug ins Wohnzimmer, auch wenn das Esszimmer hier integriert wird. Obwohl der Esstisch längst kein Fremdkörper mehr im Wohnzimmer ist, tun sich viele schwer damit, ihn richtig in Szene zu setzen.

Wie kam der Esstisch vom Esszimmer ins Wohnzimmer?

Viele erinnern sich wahrscheinlich noch an die Raumaufteilung bei ihren Großeltern: In der Regel waren die Zimmer hier wesentlich kleiner, dafür gab es oft ein eigenes Esszimmer. Hier waren neben dem klassischen Esstisch meist zusätzlich einige Kommoden und Sideboards platziert, die der Geschirraufbewahrung dienten. Die meisten Zeit blieb das Esszimmer jedoch leer: Genutzt wurde es vor allem zu besonderen Anlässen, also an Feiertagen oder wenn ganz spezieller Besuch ins Haus stand. Im Laufe der Jahrzehnte hat sich der Grundriss in vielen Wohnungen daher geändert: Vor allem in den städtischen Wohnungen sollte der Wohnraum effizienter genutzt werden. Die Folge: Das gesonderte Esszimmer verlor als wenig genutztes Zimmer an Bedeutung. Das Wohnzimmer als der am meisten genutzte Aufenthaltsraum und die Küche als am meisten genutzter Funktionsraum hingegen gewannen an Bedeutung – und damit an Größe. Aus diesem Grunde integrieren die meisten Wohnungsbesitzer und Mieter ihre Essecke in einen der beiden Räume. Dabei gibt es viele Gründe dafür, weshalb das Esszimmer nicht in der Küche, sondern im Wohnzimmer landet, sind dabei vielfältig.

Wieso die Integration von Esszimmer und Wohnzimmer Sinn machen kann

In den meisten Fällen landet eine Essecke nicht nur deshalb im Wohnzimmer, weil die Küche für einen schönen großen Esstisch viel zu klein ist. Viele empfinden die Küche außerdem als einen wenig gemütlichen Ort zum Essen. Nicht selten bietet sich hier gerade bei der Vorbereitung eines tollen Abendessen für Freunde oder Familie noch ein großes Schlachtfeld an Kochgeschirr und co., das die Küche nicht zu einem angenehmen Ort zum Essen machen. Brat- und Backgerüche tun ihr Übriges, um die Atmosphäre zum Essen zu verderben. Darüber hinaus bietet das Wohnzimmer einige Annehmlichkeiten, die die Küche nicht aufwarten kann: Während einige in ihrem Wohnzimmer einen gemütlichen Kamin zum Essen anfeuern können, ist es für andere die hochwertige Musik aus der teuren Stereoanlage, die das gemeinsame Essen schöner machen soll. Es ist also oft die wesentlich wohnliche Atmosphäre, die das Wohnzimmer zur perfekten Umgebung für einen Essbereich macht. Doch auch aus praktischen Gründen macht ein Esstisch im Wohnzimmer für die meisten Menschen Sinn: Nicht selten wird der Esstisch schließlich auch für andere Aktivitäten genutzt: Hausaufgaben, Home Office, Reiseplanung und mehr – für viele ist der Esstisch der absolute Mittelpunkt in der ganzen Wohnung. Deshalb lohnt es sich durchaus, den Esstisch in eine tolle, wohnliche Umgebung zu bringen.

Tipps und Tricks für das Esszimmer im Wohnzimmer

Trotzdem fällt es vielen nicht leicht, eine gute Lösung für die Integration des Essbereichs ins Wohnzimmer zu finden. Was können wir bereits bei der Planung des Wohnzimmers richtig machen, um die perfekte Ausgangslage über einen kombinierten Wohn-Ess-Bereich zu schaffen? Und was können all diejenigen tun, die nichts am Grundriss ihres Wohnzimmers ändern können? Einige Tipps und Tricks können hier weiterhelfen.

Die Berücksichtigung im Grundriss

All diejenigen, die ein neues Haus oder eine Wohnung vom Grundriss auf neu planen können, können bereits einiges dafür tun, dass sich Wohn- und Essbereich gut miteinander verbinden lassen. Wer neu baut, kann eine kleine Essecke, etwa durch eine passende Nische, vom Wohnbereich abgrenzen. In dem Falle kann die Außenwand des Hauses leicht gewölbt sein – in diese Wölbung wird später der Esstisch platziert. Im Grundriss kann die Essecke allerdings auch dadurch berücksichtigt werden, dass das Wohnzimmer eher länglich als gleichmäßig quadratisch geplant wird: So kann beim Einrichten später etwa der Esstisch weiter weg von der Couch platziert werden. Durch das Platzlassen wirken Wohn- und Essbereich nicht zu stark verschmolzen, sondern wie zwei gut voneinander abgetrennte Bereiche.

Optische Trennung beider Bereiche

Natürlich kann die optische Abtrennung zwischen dem Essbereich und dem Rest vom Wohnzimmer nicht nur mit einer Änderung des Grundrisses umgesetzt werden: Ein Raumtrenner, ein Regal oder ein Sideboard können es ebenfalls schaffen, den Essbereich visuell vom Wohnzimmer abzutrennen und so noch mehr Gemütlichkeit in der Essecke zu schaffen. So hat niemand das Gefühl, direkt neben Couch oder Fernseher zu essen. Doch Achtung: Andere Elemente wie etwa ein Vorhang oder ein ganzer Schrank, der den Essbereich vom Wohnzimmer abtrennt, wirken schnell zu düster und einengend. Regale und offene Raumtrenner hingegen lassen noch genug Licht hindurch, damit der Essbereich schön offen wirkt und von der gesamten Größe des Wohnzimmers profitiert.

Passende Einrichtung für ein harmonisches Gesamtbild

Besonders wichtig ist außerdem, dass sich die Sitzgruppe des Esszimmers optisch gut mit der Einrichtung des Wohnzimmers vereinbaren lässt. Stil, Materialien und Farbe sollten also zur Umgebung passen. Dies gilt auch für andere Elemente, die den Esstisch ergänzen sollen, etwa einen passenden Teppich oder einen Geschirrschrank. In den meisten Fällen können in den Möbelhäusern und Onlineshops bereits Wohnzimmer- und Esszimmermöbel von einer Serie gekauft werden, sodass sich beide Bereiche zu einem harmonischen Gesamtbild zusammenfügen.

Immer aufräumen!

Eins ist besonders wichtig, wenn der Essbereich im Wohnzimmer eine gute Figur machen soll: Das sofortige Aufräumen des Esstisches. Wer Tischsets, Gewürze, Essig und Öl oder sogar das Geschirr länger nach dem Essen stehen lässt, der wird schnell feststellen, dass es mit der Gemütlichkeit im Wohnzimmer vorbei ist. Stattdessen sollte der Esstisch nach dem Essen wieder abgeräumt werden. Dafür muss unter Umständen mit alten Gewohnheiten, die wir pflegen konnten, als der Esstisch noch in der Küche gestanden hat, gebrochen werden.

Dekorative Einbindung

Was zusätzlich hilft, ist das Dekorieren des Esstischs. Wer alles, was mit Essen zu tun hat, nach der Mahlzeit schnell in die Küche schafft, kann den leeren Esstisch mit einer Vase und Blumen, mit einer Tischdecke, Kerzen oder anderen Deko-Elementen so in Szene setzen, dass er ein schöner, aber gut integrierter Bestandteil des Wohnzimmers wird.

Smarte Lösungen zur Integration von Wohn- und Esszimmer

Da der Essbereich jedoch immer häufiger in das Wohnzimmer integriert wird, gibt es heute zusätzlich einige smarte Lösungen, die dafür sorgen, dass sich die Esszimmer-Möbel leichter in die Umgebung des Wohnzimmers einbinden lassen. Von diesen Lösungen profitieren beispielsweise all diejenigen, die nicht dauerhaft einen Esstisch im Wohnzimmer stehen haben wollen – oder dies aus Platzgründen nicht können.

Der einklappbare Esstisch

Eine mögliche Lösung sind etwa Tische, die tagsüber eingeklappt und unauffällig als Couchtische oder Beistelltische getarnt im Wohnzimmer stehen und abends für ein ausgiebiges Familienessen mit ein paar Handgriffen in einen Esstisch verwandelt werden können. Derartig komplexe Produkte sind die ideale Lösung für all diejenigen, die nicht genug Platz in ihrem Wohnzimmer haben, um den ganzen Tag einen Esstisch im Wohnzimmer stehen zu haben.

Der Esstisch aus dem Abstellraum

Eine andere clevere Variante sind reguläre Klappmöbel. Klappmöbel erinnern eher an Gartenstühle? Ganz und gar nicht: Heute gibt es eine Reihe stilvoller und moderner Klappmöbel, die tagsüber ganz unkompliziert in die Abstellkammer oder auf einen Küchenschrank verschwinden und nur bei Bedarf herausgeholt werden können.

Der mobile Esstisch

Eine weitere Möglichkeit ist der mobile Esstisch: Einige Esstische können dank Rollen an den Tischbeinen flexibel von Raum zu Raum gerollt werden. Wem also der Tisch in der Küche für ganz normale, unspektakuläre Mahlzeiten ausreicht, kann den Esstisch die meiste Zeit in der Küche behalten und für große Dinnerpartys ins Wohnzimmer bringen, wo er wundervoll dekoriert einen tollen Eindruck machen kann. Vor der Anschaffung eines solchen mobilen Esstisches sollte allerdings genau ausgemessen werden, ob die Türen und Winkel in der Wohnung es zulassen, dass der Esstisch unkompliziert zwischen den Zimmern hin und her gerollt werden kann.

Fazit: Der Esstisch fühlt sich im Wohnzimmer längst heimisch

Der Esstisch ist heute längst im Wohnbereich zu Hause – und Wohn- und Esszimmer sind zu einer perfekten Symbiose verschmolzen. Wer also skeptisch ist, ob das Ganze gut funktionieren kann, der sollte sich selbst überzeugen: Mit den genannten Tipps und Tricks muss sich niemand mehr Sorgen machen, dass der Esstisch nicht ins Wohnzimmer passt. Und wem es trotz Tipps und Tricks nicht gelingt, den Essbereich ins Wohnzimmer zu bringen, der kann auf eine der neuartigen und innovativen Lösungen zurückgreifen, mit denen der Esstisch spontan ins Wohnzimmer gebracht werden kann, immer dann, wenn er gebraucht wird.