Tipps zur Planung und Einrichtung von Spielzimmern

Das eigene Spielzimmer ist für Kinder ein Rückzugsort und ein Raum, indem sie der eigenen Kreativität freien Lauf lassen können. Wer hier von Anfang an bei der Planung auf einige Besonderheiten achtet, der sorgt sowohl für eine besonders kindgerechte Atmosphäre und schafft zugleich einen Bereich, der auch altersübergreifend funktioniert und auch für die Heranwachsenden noch interessant bleibt.Für die Planung und Umsetzung müssen weder hohe Kosten eingeplant noch professionelle Inneneinrichter beauftragt werden.

Was für Vorteile bietet ein Spielzimmer?

Das Spielzimmer unterscheidet sich vom gewöhnlichen Kinderzimmer. Das Kinderzimmer ist ein Raum, in dem sich die Kinder sowohl zum Spielen aufhalten als auch zum Schlafen der später zum Schularbeiten machen. Auch wenn Freunde zu Besuch sind, ziehen sich die Kinder in das Kinderzimmer zurück. Allerdings heißt es für die Kleinen meist schon am selben Tag aufzuräumen. Das „Chaos” vom Tag muss beseitigt werden um in einer geordneten Umgebung schlafen oder lernen zu können. Das ist schade und stört die Entfaltung und Kreativität der Kinder. Über den Tag haben sie häufig aufwendige Welten geschaffen mit Lego, Duplo oder Playmobil. Dies muss dann am Abend wieder „zerstört“ werden. Auch Projekte, die über den Tag hinaus gehen würden, können dann schlecht realisiert werden. In einem Spielzimmer hingegen können die Spielsachen aufgebaut stehen bleiben. Dieser Raum dient allein der Kreativität und dem Spiel.

Kommen mit zunehmendem Alter Medien wie der eigene Fernseher oder Computerspiele hinzu, dann können die Kinder im ihrem Spielzimmer ungestört darauf zugreifen, ohne dies im Wohnbereich der Eltern tun zu müssen. Zugleich haben die Eltern eine genaue Kontrolle darüber, wie oft und wie lange die Kinder die Medien nutzen. Es gibt den Kindern Struktur und einen gewissen Freiraum. Ihnen wird ein eigener Raum zugestanden, in dem sie kreativ und ungestört sein dürfen.

Wie schaffe ich die richtigen Strukturen?

Der Planung des Spielzimmers sollten einige Fragestellungen zugrunde liegen. Zum einen sollte über die genaue Art der Nutzung gesprochen werden. Genauso ist aber auch festzulegen, wer genau das Zimmer nutzen wird. Dies ist vor allem wichtig, wenn das Spielzimmer für mehrere Kinder geplant wird. Es sollte sichergestellt sein, dass jedes Kind seinen eigenen Bereich erhält, der nach den Wünschen des jeweiligen Kindes gestaltet wird. Ein weiterer wichtiger Aspekt der Planung ist zudem die Altersstruktur. Unabhängig von den möglichen Altersunterschieden der Kinder sollten die individuellen Bereiche beibehalten werden.

Die Gestaltung des Raumes muss nicht mit einem hohen Kostenaufwand geschehen. Ein einfacher aber effektiver Trick, um eine räumliche Abgrenzung zu schaffen ist, ein Regal als Trennwand einzubauen. Optisch ansprechender ist es, wenn das Regal nicht deckenhoch ist. Neben der Funktion der räumlichen Trennung kann das Regal zusätzlich noch als Stauraum genutzt werden. In einem Spielzimmer macht sich ein Tisch auch immer gut. An diesem können gemeinschaftlich Spiele gespielt, gemalt oder gebastelt werden. So fördert dies auch das gemeinsame Spiel und bietet Raum für Aktivitäten mit Freunden der Kinder.

Klare Spielbereiche schaffen

Eine Möglichkeit die unterschiedlichen Spielbereiche auf den ersten Blick zu kennzeichnen ist, unterschiedliche Farben für die Bereiche zu wählen. Dies kann schon bei der Wandfarbe anfangen. Allerdings birgt dies auch die Gefahr, dass sich die Wünsche und Präferenzen der Lieblingsfarbe mit den Jahren ändern. Dies würde bedeuten, dass eventuell schon nach kürzerer Zeit eine erneute Renovierung ansteht. Eine gute Lösung für dieses Problem bilden Wandtattoos. Die Wand selbst kann in einer neutralen Farbe gestrichen werden. Die Tattoos können einfach angebracht und auch wieder rückstandslos entfernt werden. So ist der Raum schnell hübsch und individuell gestaltet und kann ohne großen Aufwand wieder verändert werden. Auch finanziell schlagen die Wandtattoos mit keinem hohen Betrag zu Buche, so dass dies auch eine kostensparende Lösung darstellt.

Für den gemeinsamen Bereich des Spielzimmers sollte eine neutrale Gestaltung gewählt werden, da man nicht auf alle einzelnen Vorlieben eingehen kann. Das hilft auch, Streitigkeiten vorzubeugen und Benachteiligungen zu vermeiden. Auch ist aufgrund der Farbigkeit die Einteilung des Zimmers für das Auge direkt zu erkennen. Verantwortungen lassen sich nicht von der Hand weisen, da jedes Kind zum einen für seinen eigenen Bereich und alle Kinder gemeinsam für die Ordnung in der Gemeinschaftsecke verantwortlich sind.

Tricks und Kniffe

Bei der Planung des Spielzimmers gilt es auch die Beschaffenheit des Bodens zu hinterfragen. Die unterschiedlichen Bodenarten bieten verschiedene Vor- und Nachteile. Bei Fliesen oder Holzböden gilt, dass sie zum einen bei einer dauerhaften Belastung schnell in Mitleidenschaft gezogen werden. Besonders Holz ist sehr empfindlich für Kratzer und Macken. Zudem sind besonders Fliesen beim Spielen auf dem Boden sehr kalt, sofern man keine Fußbodenheizung hat. Teppich ist da weitaus komfortabler und wärme, hat aber den Nachteil, dass er schwieriger sauber zu halten ist. Hier sind schnell unschöne Flecken zu sehen. Eine praktische Alternative bieten sogenannte Spielmatten. Diese gibt es in verschiedenen Optiken, so dass jedes Kind sich eine Variante für seinen Spielbereich aussuchen kann. Die Maße der Spielmatten sind einheitlich.

Auch das Verlegen ist sehr einfach zu handhaben. Hier werden die Matten einfach ineinander gesteckt werden. Spielmatten sind pflegeleicht und können entweder mit dem Staubsauger abgesaugt oder mit dem Bodenwischer gereinigt werden. Bei Beschädigungen ist es sogar möglich, nur einzelne Fragmente auszutauschen. Der Untergrund ist für die Kinder angenehm warm und der darunter liegende Boden wird geschützt.

Für die Gestaltung der Wände ist besonders sogenannte Tafelfolie eine tolle Option. Die Folie kann günstig erworben werden. Zehn Quadratmeter kosten etwa 20 Euro. Die Tafelfolie wird ähnlich wie ein Wandtattoos an der Wand angebracht. Dort können die Kinder dann mit Kreide direkt auf der Folie schreiben und malen. Entfernt werden kann alles ganz einfach mit einem feuchten Tuch. Kreide gibt es in weiß oder auch in bunten Nuancen. Dadurch lassen sich sowohl Bilder gestalten als auch beispielsweise Regeln oder Zeiten aufschreiben. Die Tafelfolie kann nur einen Teil der Wand bedecken oder sogar über die ganze Wand reichen. Wichtig ist es den Kindern genau zu erklären, dass sie nur an dieser Wand im Haus malen dürfen – dies aber nach Herzenslust tun und ihrer Kreativität freien Lauf lassen können.

Der sorgfältige Umgang mit Stromquellen

Das Thema Stromquellen ist ein besonders sensibles Thema, dem besondere Beachtung geschenkt werden sollte. In einem multimedialen Zeitalter kommen Kinder besonders früh in Kontakt mit elektronischen Geräten. Um diese sicher nutzen zu können, müssen gewisse Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Zum einen ist es empfehlenswert, Steckdosen nicht frei sichtbar anzubringen, sondern diese eventuell hinter einem Möbelstück zu verstecken. Zusätzlich sollten Sie Kindersicherungen anbringen. Damit ältere Kinder die Steckdosen auch eigenständig nutzen dürfen, können Sie Mehrfachsteckdosen mit einem Ein-/ Ausschalter installieren. So muss das Kind nicht die Steckdose selbst bedienen, sondern lediglich den Schalter betätigen. Dies senkt die Gefahr einer Verletzung erheblich.

Der Übergang vom Kinder- zum Jugendzimmer

Irgendwann kommt der Zeitpunkt, an dem die Kinder so groß geworden sind, dass sie kein Spielzimmer mehr benötigen. In einem Alter, indem sie sich mit Freunden treffen und abhängen, kann das Spielzimmer dennoch sinnvoll genutzt werden. Hierzu wird es einfach in ein Jugendzimmer umgewandelt. In diesem Raum können Sie die Kinder ungestört aufhalten ohne den Wohnbereich der Eltern nutzen zu müssen. Sie haben Privatsphäre und die Eltern haben ihre Kinder dennoch im Blick.