Bauantrag – Was ist das?

Ein Bauantrag ist der erste Schritt auf dem Weg zum Neubau oder Umbau eines vorhandenen Gebäudes. Vor jedem Beginn eines Hausbaus oder Hausumbaus müssen Sie einen schriftlichen Bauantrag bei der für Sie zuständigen Behörde oder Gemeinde stellen. Diesen Bauantrag stellen Sie als Bauherr entweder selbst, oder Sie beauftragen einen Architekten oder eine andere bauvorlageberechtigte Person dies in Ihrem Namen zu tun.
Der Bauantrag ist die rechtliche Grundlage für jeden Bau oder Umbau eines Gebäudes. Sobald die Baugenehmigung durch die prüfende Behörde erteilt wurde, dürfen Sie mit den Bauarbeiten beginnen. Der Antrag dient also letztlich der Prüfung der Rechtmäßigkeit des Bauvorhabens. Die Behörde stellt fest, ob Ihr Bauvorhaben alle rechtlichen Bauvorschriften einhält.

In welchen Fällen benötigen Sie einen Bauantrag?

Für alle genehmigungspflichtigen Bauvorhaben müssen Sie zuvor einen schriftlichen Bauantrag stellen. Dieser muss unbedingt vor Baubeginn gestellt werden. Zum Zeitpunkt der Antragstellung sollte die Bauplanung abgeschlossen sein, da die Details in den Antrag einfließen. Es wird empfohlen, auch für Gebäude, die nicht zwingend genehmigungspflichtig sind, sicherheitshalber einen Bauantrag zu stellen.

Wo stellen Sie einen Bauantrag?

Je nach Bundesland, Region oder Gemeinde ist eine andere Bauaufsichtsbehörde für Sie zuständig. Diese wird umgangssprachlich häufig als „Bauamt” bezeichnet, was eigentlich nicht ganz korrekt ist. Das Bauamt ist für alle Abläufe rund um öffentliche Bauten zuständig, während die sogenannten Bauaufsichtsbehörden Bauanträge prüfen und genehmigen bzw. ablehnen.

Bauantrag richtig stellen -Die für Sie zuständige Bauaufsichtsbehörde heißt je nach Region entweder „Bauaufsichtsamt”, „Bauordnungsamt”, „Baurechtsamt” oder „Baugenehmigungsbehörde”. In vielen Regionen können Sie Ihren Bauantrag jedoch auch direkt bei der Gemeinde stellen, die ihn dann an die zuständige Stelle weiterleitet. Ihre Gemeinde erteilt Ihnen auch Auskunft, welche Behörde tatsächlich für Sie zuständig ist. Sie können sich in Ihrem Rathaus oder im Bürgeramt danach erkundigen.

Für welche Baumaßnahmen benötigen Sie eine Baugenehmigung?

In den einzelnen Bundesländern existieren unterschiedliche Bauordnungen. Daher gibt es keinen für ganz Deutschland gültigen Katalog an genehmigungspflichtigen Bauvorhaben.
Grundsätzlich gilt, dass Sie nicht für alle Bauvorhaben eine Genehmigung benötigen. Genehmigungspflichtig sind in jedem Fall immer alle Arten von Neubauten. Dazu zählen Wohnungsbauten ebenso wie gewerblich genutzte Gebäude. Bei Um- oder Anbauten von bereits bestehenden Gebäuden wird es etwas komplizierter. Hier entscheiden die geplante Größe des Umbaus und der Zweck über die Notwendigkeit einer Baugenehmigung. Die für Sie gültigen Regelungen sind in der Bauordnung Ihres Bundeslandes nachzulesen.

Benötigen Sie eine Baugenehmigung für Garagen, Carports oder Terrassen?

In der Regel benötigen Sie auch für den Bau von Garagen, Carports und Terrassen eine Baugenehmigung, da diese Bauvorhaben Erweiterungen bzw. Anbauten an bereits bestehende Gebäude sind. Allerdings sind die exakten Regelungen hierzu regional sehr unterschiedlich.

Die einzelnen Bauordnungen oder Garagenverordnungen der verschiedenen Bundesländer unterschieden sich hierbei teilweise deutlich. Die Genehmigungspflicht wird in den Bauordnungen in der Regel von der Größe des geplanten Baus abhängig gemacht. Es kann sogar vorkommen, dass einzelne Städte und Gemeinden eigene Regeln und Bestimmungen für den Bau von Garagen und Terrassen haben. Insbesondere hinsichtlich des Baus von Carports unterscheiden sich die Bestimmungen teilweise sogar je nach Gemeinde. Dabei können im Einzelfall besondere Bauauflagen und Anforderungen an Sie gestellt werden.
Zusammengefasst ist ein Bauantrag für Garagen, Carports oder Terrassen nicht immer zwingend erforderlich. Es ist jedoch empfehlenswert, sicherheitshalber einen Bauantrag zu stellen.

Welche Personen dürfen einen Bauantrag stellen?

Bauanträge müssen durch bauvorlageberechtigte Personen eingereicht werden.
Antragsteller kann einerseits der Bauherr sein, andererseits eine durch den Bauherren beauftragte Person. Als Bauherr sind Sie die für den Bau rechtlich verantwortliche Person. Bauherren können jedoch auch Bauunternehmen sein.

Bauantrag richtig stellen - alle wichtigen Punkte & Infos im Überblick
Die mit dem Bauantrag beauftragte Person benötigt dafür eine schriftliche Erlaubnis des Bauherren. Außerdem muss es sich im rechtlichen Sinne ausdrücklich um eine sogenannte bauvorlageberechtigte Person handeln. Dazu zählen Berufsgruppen mit entsprechender Qualifizierung, unter anderem Architekten, Bauunternehmer und Bauingenieure.

Dürfen Sie auch ohne Architekten einen Bauantrag stellen?

Grundsätzlich darf jede bauvorlageberechtige Person in Deutschland einen Bauantrag stellen. Dafür müssen Sie nicht zwingend einen Architekten beauftragen oder einbeziehen.
Es ist jedoch sehr empfehlenswert, bei umfangreichen und komplexen Bauvorhaben einen Architekten zu Rate zu ziehen. Dieser kennt in der Regel die Details der Bauplanung und weiß daher auch, wie ein entsprechender Antrag zu stellen ist.

Außer Architekten können auch andere Fachpersonen mit der Bauplanung und Antragstellung betraut werden. Entsprechend qualifizierte Bauunternehmer oder Bauingenieure kommen dafür ebenso in Frage. Solche Experten helfen bei der Bauplanung und der Ausarbeitung des Bauantrages. Sie sollten von Beginn an intensiv eingebunden werden.

Wie wird ein Bauantrag gestellt?

Zur Vorbereitung des Bauantrages müssen Sie zunächst mit dem Architekt, dem Bauplaner oder dem Bauunternehmer alle benötigten Informationen und Daten für den Antrag sammeln. Diese Daten werden form- und fristgerecht ausgearbeitet und anschließend zusammen mit dem vollständig ausgefüllten Formblatt des Bauantrags bei der zuständigen Behörde eingereicht. Dies kann persönlich, per Post oder online erfolgen.
Für den Bauantrag gelten immer die Bestimmungen des Bundeslandes oder der Gemeinde, in der der Bau erfolgt. Ein abweichender Wohnort des Bauherren wird dabei nicht berücksichtigt. Erkundigen Sie sich daher bei der Bauaufsichtsbehörde des Bauortes nach den erforderlichen Unterlagen und den Vorgaben des Antrages.

Bauvorantrag – Was ist das?

Ein Bauvorantrag bzw. eine Bauvoranfrage helfen dem Bauherren, bereits vor der detaillierten Bauplanung eine grundsätzliche Entscheidung über die generelle Machbarkeit des Bauvorhabens zu erhalten. Anders als der Bauantrag wird eine Bauvoranfrage daher schon vor der genauen Bauplanung gestellt.

Für die Bearbeitung eines Bauvorantrages benötigen die Behörden in der Regel etwa zwischen vier und zwölf Wochen. Die Kosten eines solchen Bauvorantrages trägt der Bauherr. Sie variieren je nach Art und Größe des geplanten Projektes. Für kleinere Bauvorhaben können die Kosten im zweistelligen Bereich liegen. Bei größeren Bauprojekten sind vierstellige Beträge keine Seltenheit.
Mit der Bauvoranfrage erhalten Sie eine Entscheidung über die grundsätzliche Machbarkeit Ihres Bauvorhabens. Beispielsweise können Sie damit herausfinden, ob das Grundstück überhaupt in der geplanten Art und Weise bebaut werden darf. Es empfiehlt sich daher, die Bauvoranfrage vor der detaillierten Bauplanung zu stellen.

Bauantrag stellen

Falls die Bauaufsichtsbehörde Bedenken gegenüber dem Vorhaben äußert oder dieses ablehnt, haben Sie dann zumindest noch keine allzu hohen Kosten in die Planung investiert. Falls die Bauaufsichtsbehörde die Bauvoranfrage genehmigt, ist dieser Bescheid normalerweise drei Jahre gültig. Sie haben also noch genügend Zeit, die detaillierte Planung auszuarbeiten und innerhalb dieser Frist einen regulären Bauantrag zu stellen.

Letztlich gibt Ihnen der Bauvorantrag also die Sicherheit, dass Ihr Bauvorhaben grundsätzlich dem regionalen Baurecht entspricht. Die Verbindlichkeit des Bescheids über den Bauvorantrag kann allerdings regional unterschiedlich sein.

Wie läuft die Antragstellung ab?

Wenn Sie einen Bauvorantrag bzw. eine Bauvoranfrage gestellt haben, sollten Sie zunächst den Bescheid abwarten. Erst danach beginnen Sie mit der detaillierten Bauplanung. Den eigentlichen Bauantrag stellen Sie dann nach Abschluss der Bauplanung.

In die Bauplanung sollten Sie eine Vielzahl unterschiedlicher Experten und Personen einbeziehen. Die wichtigsten Personen dafür sind Ihr Architekt, Ihr Bauingenieur oder Ihr Bauunternehmen, bei denen sozusagen alle Fäden zusammenlaufen.

Weiterer Ansprechpartner ist Ihr örtliches Vermessungsamt, das den für den Bauantrag erforderlichen Lageplan ausstellt. Weitere benötigte Informationen erhalten Sie vom Wasserwirtschaftsamt, dem Straßenbauamt, Naturschutzbehörden oder anderen relevanten Stellen. Sie können auch Ihren Architekten oder Bauunternehmer mit der Einholung der relevanten Informationen beauftragen.
Es empfiehlt sich außerdem, bereits früh während der Planung den Kontakt zu Ihren zukünftigen Nachbarn zu suchen. Generell haben die Nachbarn eines Baugrundstücks das Recht,

Beschwerde gegen ein Bauvorhaben einzulegen, selbst wenn eine Baugenehmigung erteilt wurde. Dadurch droht Ihnen unter Umständen zwar nicht gleich das Aus Ihres Bauvorhabens, jedoch zumindest eine deutliche zeitliche Verzögerung. Im Idealfall fügen Sie Ihrem Bauantrag eine unterschriebene Einverständniserklärung Ihrer Nachbarn hinzu. Sie sichern Ihr Bauvorhaben damit ab und können sich bei eventuellen späteren Beschwerden auf diese Einverständniserklärung berufen. Achten Sie allerdings darauf, dass Ihr Bau auch wirklich der im Antrag beschriebenen Planung entspricht.

Wenn alle benötigten Daten, Analysen, Informationen, Maße und Zeichnungen vorliegen, kann der Bauantrag gestellt werden. Füllen Sie das Formular Ihrer Behörde für den Bauantrag vollständig aus und unterschreiben Sie es. Reichen Sie den Antrag zusammen mit allen Informationen und Unterlagen bei der für Sie zuständigen Bauaufsichtsbehörde ein.

Welche Unterlagen benötigen Sie für einen Bauantrag?

Grundsätzlich müssen die dem Bauantrag beigefügten Unterlagen das Bauvorhaben umfassend abbilden und der Bauaufsichtsbehörde einen genauen Einblick in Ihre Bauplanung geben. Sie müssen der Behörde eine umfassende Prüfung des Bauvorhabens ermöglichen. Der Bauantrag dient letztlich dazu, nachzuweisen, dass alle baurechtlichen Regelungen erfüllt werden. Wenn dies ausreichend nachgewiesen ist, kann die Behörde keine Bedenken gegen das Bauvorhaben geltend machen und die Baugenehmigung erteilen.

Welche Unterlagen Sie genau für Ihren Bauantrag benötigen, hängt von einer Vielzahl an Faktoren ab. Zum einen unterscheiden sich die Vorgaben je nach Bundesland, teilweise sogar je nach Gemeinde. Auch die Art des geplanten Neubaus oder Umbaus, die Größe der Immobilie und deren geplante Nutzung fließen in die Anforderungen ein. Achten Sie darauf, die Unterlagen von vorneherein möglichst vollständig einzureichen. Auf diese

Weise vermeiden Sie Verzögerungen in der Bearbeitung.
Jedoch gibt es einige Daten und Unterlagen, die grundsätzlich immer zu einem Bauantrag gehören. Dies sind:

  • Formular des Bauantrags (vollständig ausgefüllt und unterschrieben)
  • detaillierte Bauzeichnung mit Maßen zu Raumhöhe, Raumlänge, Wanddicke, Grundrissen sowie Angaben zur geplanten Raumnutzung
  • schriftlicher Lageplan + Zeichnung
  • schriftliche Baubeschreibung mit Angaben zu statischen Analysen, Abständen zu Nachbarhäusern, Zweck des Bauvorhabens, Umfang und geplantem Ablauf der Bauarbeiten, eingesetzten Materialien, Informationen zum Grundwasser usw.
  • exakte Maße von Grundstück, Wohn- und Nutzfläche
  • Finanzierung (geplante Kosten der Baumaßnahme für den Rohbau sowie die Gesamtkosten)
  • Sicherheitsangaben (Nachweise über Brandschutz, Schallschutz, Standsicherheit und Wärmeschutzmaßnahmen)
  • Grundstücksentwässerungsplan (Planung der Ableitung von Regen- und Schmutzwasser)
  • bei Gewerbegebäuden: Beschreibung des Betriebes
  • evtl. Einverständniserklärung der Grundstücksnachbarn

Die aufgelisteten Informationen gehören in der Regel zu jedem Bauantrag verpflichtend dazu. Je nach Behörde müssen diese Angaben mehr oder weniger detailliert ausgearbeitet werden. Weiterhin kann die Bauaufsichtsbehörde zusätzliche Angaben und Informationen einfordern.

Wenn der Bauantrag mit allen erforderlichen Informationen ordnungsgemäß gestellt wurde, prüft die Behörde diesen und entscheidet dann über die Baugenehmigung. Falls noch Informationen fehlen, wird Ihnen in der Regel eine Frist gewährt, bis zu der Sie die Angaben nachreichen können. Es ist jedoch immer empfehlenswert, von Anfang an auf die Vollständigkeit der Unterlagen zu achten, da nicht jede Behörde kulant mit fehlenden Angaben umgeht.

Nachbarbeteiligung – Was ist das?

Die Bauaufsichtsbehörde ist die zuständige Stelle, die über die Zulässigkeit des geplanten Bauvorhabens entscheidet. Sie prüft, ob das Bauvorhaben die örtlichen Bestimmungen erfüllt und genehmigt es. Normalerweise hat niemand sonst Einfluss auf die Entscheidung über ein Bauprojekt.
Von dieser Regelung gibt es jedoch Ausnahmen. Eine Ausnahme ist die sogenannte „Nachbarbeteiligung”. Wie stark die Nachbarbeteiligung in Ihrem Fall ist, hängt von den jeweiligen Bestimmungen Ihres Bundeslandes ab.

Natürlich haben Ihre Nachbarn grundsätzlich keine Entscheidungsbefugnis über den geplanten Bau. Sie können jedoch unter bestimmten Umständen über die sogenannte Nachbarbeteiligung Einspruch gegen ein Bauvorhaben erheben. Zu diesen besonderen Umständen zählen alle Baumaßnahmen, die Ihre Nachbarn direkt betreffen. Bei genehmigungspflichtigen Ausnahmen vom geltenden Baurecht müssen Ihre Nachbarn immer beteiligt werden. Auch bei Baurechtsverstößen, über die Ihre Nachbarn vorher nicht informiert waren, können diese ihr „Abwehrrecht” geltend machen, sofern sie direkt von dem Bau betroffen sind. Ein solcher Einspruch kann im schlimmsten Fall zum sofortigen Stopp der Bauarbeiten oder sogar zum vollständigen Aus des Bauprojektes führen.

Es lohnt sich daher, die Nachbarn von Anfang an in die Bauplanung einzubeziehen. Idealerweise holt sich der Bauherr vor der Antragstellung die schriftliche Zustimmung seiner direkten Nachbarn und reicht diese mit dem Bauantrag ein. Zu den direkten Nachbarn zählen dabei zumindest alle unmittelbar angrenzenden Grundstücke.
Die schriftliche Zustimmung ist zwar nicht zwingend vorgeschrieben, schützt aber unter Umständen vor späterem Ärger.

Was kostet ein Bauantrag?

Für einen Bauantrag gibt es keinen festen Kostensatz. Die tatsächlich anfallenden Kosten hängen hauptsächlich von Größe und Wert des Bauprojektes sowie der örtlichen Gebührenordnung ab. Die Bauaufsichtsbehörden wenden in der Regel einen prozentualen Gebührensatz an.
Für eine Schätzung der voraussichtlichen Antragskosten können Sie folgende Faustformel anwenden:

Baufläche (in Kubikmeter) x Bauwert (in Euro pro Kubikmeter) x prozentualer Gebührensatz

Der übliche prozentuale Gebührensatz der Bauaufsichtsbehörden beträgt 0,5. Allerdings existieren oft Mindestgebühren für die Annahme, Durchsicht und Bearbeitung des Bauantrages in Höhe von etwa 100 bis 200 €.

Zu diesen Antragskosten kommen für den Bauherren jedoch weitere Kosten hinzu. Dazu zählt das Honorar für den mit der Planung beauftragten Architekten oder Bauingenieur. Hier ist in der Regel ein dreistelliger Betrag zu erwarten. Auch weitere Analysen oder Auskünfte von Behörden können zusätzliche Kosten verursachen.
Insgesamt können Sie davon ausgehen, dass die Antragskosten etwa 0,5 % der gesamten Baukosten betragen.

Wie lange dauert es von der Antragstellung bis zur Baugenehmigung?

Die Bearbeitungsdauer für einen Bauantrag schwankt je nach zuständiger Behörde und Umfang des Bauprojektes teilweise erheblich. Für umfangreiche Projekte und dementsprechend umfangreiche Unterlagen ist mit einer längeren Bearbeitungsdauer zu rechnen. In Einzelfällen erfolgt die Entscheidung über einen Bauantrag schon innerhalb von 14 Tagen. In anderen Fällen sind Bearbeitungszeiten von bis zu sechs Monaten möglich.
Manche Bundesländer verfügen über sogenannte „vereinfachte Verfahren”, die eine schnellere Bearbeitung ermöglichen. In diesen Fällen dauert die Bearbeitung maximal drei Monate.
Reichen Sie am besten von Anfang an alle Unterlagen vollständig ein, um Verzögerungen zu vermeiden. Ein Bauantrag wird immer zuerst auf Vollständigkeit geprüft. Bei fehlenden Unterlagen gewähren manche Behörden eine Nachreichfrist, andere lehnen den Antrag einfach ab.

Grundsätzlich sollten Sie trotzdem mit einer Wartezeit von mehreren Monaten rechnen.

Wie können Sie Widerspruch gegen eine Baugenehmigung einlegen?

Nach Erteilung einer Baugenehmigung haben Sie eine Frist von einem Monat, um Widerspruch gegen die Entscheidung einzulegen. Dieser Widerspruch muss in der Regel schriftlich erfolgen. Manche Behörden akzeptieren auch einen mündlich vorgetragenen Widerspruch.
In jedem Fall gilt, dass Sie Ihren Widerspruch begründen müssen. Ohne Begründung bleibt ein Widerspruch gegenstandslos. In Ihrer Begründung müssen Sie genau erklären, warum ein geplantes Bauprojekt Ihre Rechte verletzt.

Achten Sie darauf, Ihren Widerspruch eindeutig zuordenbar zu machen. Fügen Sie dazu das Aktenzeichen des Bauantrages ein. Falls Ihnen dieses nicht bekannt ist, geben Sie zumindest die genaue Adresse des Bauprojektes an. Richten Sie Ihren Widerspruch an die Bauaufsichtsbehörde, die die Genehmigung erteilt hat. Halten Sie sich unbedingt an die Widerspruchsfrist.
Die Behörde muss Ihren Widerspruch prüfen, wenn dieser fristgerecht eingegangen ist. Wird Ihrem Widerspruch stattgegeben, muss der Bauherr das Bauprojekt entsprechend anpassen oder beenden. Wird Ihr Widerspruch abgelehnt, können Sie wiederum innerhalb des Folgemonats eine Klage dagegen beim zuständigen Verwaltungsgericht einreichen.

Tipps für Ihren Bauantrag

Hier erhalten Sie einige wichtige Tipps für Ihren Bauantrag, die Ihnen die Antragstellung erleichtern und die Bearbeitung beschleunigen können:

  • Erkundigen Sie sich zunächst bei Ihrer Bauaufsichtsbehörde, ob Ihr Projekt genehmigungspflichtig ist.
  • Stellen Sie in jedem Fall einen Bauvorantrag, um die grundsätzliche Machbarkeit noch vor der Planung zu überprüfen.
  • Informieren Sie sich rechtzeitig über die Besonderheiten Ihres Grundstücks (beispielsweise Naturschutzgebiete, Wasserschutzgebiete, Wälder usw.)
  • Kümmern Sie sich rechtzeitig um die benötigten Daten und Informationen von weiteren Behörden.
  • Suchen Sie frühzeitig den Kontakt zu Ihren zukünftigen Nachbarn und beziehen Sie diese in die Planung ein. Lassen Sie sich schriftliche Einverständniserklärungen ausstellen.
  • Beauftragen Sie einen erfahrenen Architekten oder Bauingenieur mit der Antragstellung.
  • Reichen Sie alle erforderlichen Unterlagen vollständig in ausreichender Anzahl ein.

Bauanträge in Nordrhein-Westfalen

Gemäß der Bauordnung des Bundeslandes Nordrhein-Westfalen (BauO NRW) benötigen Sie für einen Bauantrag folgende Unterlagen:

  • Antragsformular (unterschrieben von Antragsteller und Bauherr)
  • Nachweis über Ihre Bauvorlageberechtigung
  • Baubeschreibung (amtlicher Vordruck)
  • Nachweis des Brutto-Rauminhaltes (nach DIN 277)
  • Kostenangaben für Rohbau und Gesamtkosten
  • Angaben über Wohn- und Nutzfläche
  • Angaben über PKW-Stellplätze
  • Artenschutzerklärung
  • Baustatischer Erhebungsbogen
  • Auszüge aus der Flurkarte (Maßstab 1:500), amtlicher Lageplan (Maßstab 1:200 oder 1:250) nach § 3 Abs. 3 der BauprüfVO
  • Grundriss, Schnittzeichnung und Ansichtszeichnung (Maßstab 1:100) nach § 4 der BauprüfVO
  • Beschreibung des Betriebs bei gewerblichen Bauten
  • ggf. Flächengestaltungsplan bei unbebauten Flächen nach § 9 BauO

Alle Unterlagen müssen in dreifacher Ausfertigung abgegeben werden. Garagen oder Carports mit weniger als 100 Quadratmetern sind unter Umständen nicht genehmigungspflichtig, wenn das Vorhaben dem Bebauungsplan entspricht, das Grundstück bereits erschlossen ist, der Bau zu einem Wohnhaus gehört und die Gemeinde ihn nach einer genauen Bauvorlage freigibt.
Weitere zusätzliche Bedingungen sind möglich.

Bauanträge in Niedersachsen

Gemäß der Bauordnung des Bundeslandes Niedersachsen (NBauO) benötigen Sie für einen Bauantrag folgende Unterlagen:

  • Antragsformular (unterschrieben von Antragsteller und Bauherr)
  • Angabe über die Gebäudeklasse
  • Baubeschreibung (amtlicher Vordruck)
  • Nachweis des Brutto-Rauminhaltes (nach DIN 277)
  • Berechnung von Grundflächen- und Geschossflächenzahl
  • Angaben über PKW-Stellplätze
  • Berechnung der Vollgeschosszahl
  • Baustatischer Erhebungsbogen
  • Übersichtsplan (Maßstab 1:5000) mit Kennzeichnung des Baugrundstücks
  • Lageplan (Maßstab 1:500) nach § 7 BauVorlVO
  • Grundriss, Schnittzeichnung und Ansichtszeichnung (Maßstab 1:100)
  • ggf. Nachweis über Brandschutz und Standsicherheit
  • Beschreibung des Betriebs bei gewerblichen Bauten

Alle Unterlagen müssen in zweifacher Ausfertigung abgegeben werden. Garagen oder Carports mit weniger als 30 Quadratmetern sind in der Regel nicht genehmigungspflichtig.
Weitere zusätzliche Bedingungen sind möglich.

Bauanträge in Bayern

Gemäß der Bauordnung des Bundeslandes Bayern (BayBO) benötigen Sie für einen Bauantrag folgende Unterlagen:

  • Antragsformular (unterschrieben von Antragsteller und Bauherr)
  • Baubeschreibung inklusive Baukosten (amtlicher Vordruck)
  • Baustatischer Erhebungsbogen
  • amtlicher Lageplan mit Katasterauszug (Maßstab 1:1000)
  • Grundriss, Schnittzeichnung und Ansichtszeichnung (Maßstab 1:100) nach § 8 BauVorlVO
  • Nachweis über Brandschutz
  • Entwässerungspläne
  • Zustimmung der Grundstücknachbarn
  • Beschreibung des Betriebs bei gewerblichen Bauten

Alle Unterlagen müssen in dreifacher Ausfertigung abgegeben werden. Garagen oder Carports mit weniger als 50 Quadratmetern sind in der Regel nicht genehmigungspflichtig.
Weitere zusätzliche Bedingungen sind möglich.

Bauanträge in Brandenburg

Gemäß der Bauordnung des Bundeslandes Brandenburg (BbgBauVorlV) benötigen Sie für einen Bauantrag folgende Unterlagen:

  • Antragsformular (unterschrieben von Antragsteller und Bauherr)
  • Baubeschreibung inklusive Baukosten (amtlicher Vordruck)
  • Berechnung des Brutto-Rauminhaltes
  • Angaben über Wohn- und Nutzfläche
  • Berechnung von Grundflächen- und Geschossflächenzahl
  • Angaben über Herstellungskosten
  • Angaben über PKW-Stellplätze mit Zeichnung und Rechnung
  • Baustatischer Erhebungsbogen
  • Auszug aus amtlicher Liegenschaftskarte (Maßstab 1:1000)
  • Lageplan (Maßstab 1:500) nach § 7 Abs. 3 BbgBauVorlV
  • Objektbezogener Lageplan (Maßstab 1:500) nach § 7 Abs. 6 BbgBauVorlV
  • Grundriss, Schnittzeichnung und Ansichtszeichnung (Maßstab 1:100) nach § 8 BbgBauVorlV
  • Nachweise über Brandschutz und Standsicherheit
  • bei Neubauten Nachweis über Nutzung erneuerbarer Energien
  • Löschwassernachweis
  • Angaben zur gesicherten Erschließung von Wasser- und Energieversorgung sowie Ablauf von Regen- und Schmutzwasser
  • Beschreibung des Betriebs bei gewerblichen Bauten

Alle Unterlagen müssen in dreifacher Ausfertigung abgegeben werden. Eingeschossige Garagen oder Carports mit weniger als 150 Quadratmetern sind in der Regel nicht genehmigungspflichtig.
Weitere zusätzliche Bedingungen sind möglich.