Balkon planen mit 3D CAD Software

Wer noch keinen eigenen Balkon hat und vielleicht auch keinen Garten, aber trotzdem ein Stück Natur genießen möchte, der kann den Bau oder Anbau eines eigenen Balkons in Angriff nehmen. Hier lässt es sich mit Freunden oder Familie im Sommer nett zusammensitzen, man kann den Abend ausklingen lassen oder einfach die Aussicht genießen. Ein eigener Balkon kann ein wahrer Ort der Erholung sein. Zuvor sollten aber einige Dinge bedacht werden, um den Wunschbalkon am Ende auch nach seinen Vorstellungen und gemäß den Vorgaben zu erbauen.

Wie richte ich den Balkon am besten aus?

Besonders entscheidend ist die Ausrichtung des Balkons. Zum einen entscheiden Sie, an welches Zimmer der Balkon angeschlossen wird. Zum anderen ist aber die Himmelsrichtung auch entscheidend dafür, wie Sie den Balkon nachher nutzen können. Dabei gilt für eine Ausrichtung

nach Osten

Hier können Sie besonders in den Morgenstunden die Sonne genießen. Hier erleben Sie den Sonnenaufgang und haben meist so bis mittags direkte Sonneneinstrahlung. Bei dieser Ausrichtung können Sie ein gemütliches Frühstück in der Sonne genießen, müssen aber am Nachmittag oder frühen Abend auf Sonne verzichten.

nach Süden

Wer es liebt, den ganzen Tag mit Sonne versorgt zu sein, der wählt eine Ausrichtung gen Süden. Hier werden Sie die meisten Sonnenstunden erleben. Sonnenanbeter können sich hier den ganzen Tag in der Sonne ahlen und Wärme tanken. Allerdings wird der Südbalkon auch schnell sehr warm, was für den einen oder anderen vielleicht eher ungemütlich werden kann.

nach Westen

Wenn Sie Ihren Balkon Richtung Westen ausrichten, dann haben Sie besonders am Abend viel Sonne. Von hieraus sehen Sie den Sonnenuntergang. Auch eignet sich die abendliche Wärme für gesellige Abende auf dem Balkon oder für einen Grillabend. Am Morgen hingegen können Sie noch die herrlich frische Luft genießen.

nach Norden

Der Nordbalkon ist der Balkon, der am wenigsten Sonne abbekommt. Wer also seine Zeit lieber im Schatten verbringt, der wählt diese Variante, bei der sowohl morgens als auch abends eher Schatten und kühle Temperaturen herrschen. Wer dagegen zumindest einmal am Tag etwas Sonne tanken möchte, der sollte von einer nördlichen Ausrichtung eher Abstand nehmen.

Neben der Himmelsrichtung sind aber auch andere Gegebenheiten wie das bauliche Umfeld zu beachten. So ist es schöner, einen Balkon zu bauen, der nicht einsehbar ist. Aber auch umstehende Häuser, Bäume oder andere Objekte können dafür sorgen, dass trotz einer südlichen Ausrichtung beispielsweise der Balkon nicht mit der gewünschten Sonnenintensität versorgt wird. Auch dies sollte bei der Planung berücksichtigt werden.

Welche Größe sollte ich wählen?

Balkone haben grundsätzlich keine Einheitsmaße. Über die individuelle Größe des Balkons entscheiden mehrere Aspekte. Dazu zählen zum einen die baulichen Gegebenheiten, die vielleicht nur eine bestimmte Größe zulassen. Aber natürlich ist auch das Budget entscheidend und schränkt gegebenenfalls eine größere Bauweise ein. Daneben ist auch das Nutzungsverhalten Ausschlag gebend. Wer alleine lebt und den Balkon nur gelegentlich nutzt braucht nicht unbedingt die Größe einer Dachterrasse. Wer aber häufig Familie und Freunde zu Besuch hat benötigt entsprechend mehr Platz.
Ebenfalls benötigt jemand, der den Balkon auch zum Sonnen nutzt, zumindest soviel Platz, dass er einen Liegestuhl aufstellen kann. Wer sich aber nur mal kurz zum Lesen auf den Balkon begibt, dem reicht schon ein kleiner Tisch mit einem Stuhl aus.

Welche Konstruktionsart eignet sich am besten?

Neben der Größe des Balkons sollten Sie sich auch Gedanken über die gewünschte Konstruktion machen. Hier wird grundsätzlich zwischen drei Varianten unterschieden.

Der Anbaubalkon

Wenn Sie über ein Haus oder eine Wohnung ohne Balkon verfügen und diesen nachträglich anbringen möchten, dann eignet sich vor allem die Bauweise des Anbaubalkons. Dieser wird mit Stützen verbunden und kann direkt an der Hauswand angebracht werden und so mit dem Haus verbunden werden.

Der Freitragende Balkon

Ein freitragender Balkon wird ohne Einsatz von Stützen gebaut und zumeist schon bei einem Neubau mit in die Statik integriert. Dies hat vor allem einen optischen Vorteil. Es ist aber auch möglich, einen solchen Balkon nachträglich anzubauen. Dies ist allerdings mit vergleichsweise hohen Kosten sowie einem gesteigerten Aufwand verbunden.

Der Vorstellbalkon

Der Vorstellbalkon gleicht einem Anbaubalkon. Im Unterschied zu diesem trägt er sich selbst. Dennoch benötigt er vier Stützen als Unterbau, die nicht jedermanns Geschmack sind. Er muss allerdings nicht in die Gebäudestatik integriert werden. Von der Konstruktionsweise ist der Vorstellbalkon leicht anzubauen und mit geringen Kosten verbunden.

Unabhängig von der Grundbauweise kann jeder Balkon natürlich noch durch individuelle Elemente wie eine Überdachung ergänzt werden.

Welche Materialien sollte man verwenden?

In der konkreten Planung des Balkons muss man sich nun für die Materialien entscheiden. Hier ist zum einen der Bodenbelag zu wählen und zum anderen die Art des Geländers. Bei dem Boden hat man die Wahl zwischen einer Holzverkleidung oder einem Belag aus Kunststoff. Der Vorteil von Holz ist, dass er optisch ansprechender und hochwertiger wirkt. Auch das Belaufen von Holz ist angenehmer. Dem gegenüber steht die Erhaltung. Holz ist vergleichsweise empfindlich und wird schnell unschön, wenn es nicht regelmäßig gepflegt wird. Dieser Nachteil spricht wiederum für die Wahl eines Kunststoffbodens. Dieser ist deutlich leichter zu pflegen. Zudem gibt es auch hier Varianten, die in einer Holzoptik gestaltet sind. Einem echten Holzboden kommt dies aber in der Regel nicht nahe, so dass hier Abstriche bei der Optik zu machen sind.
Eine weitere Möglichkeit des Bodenbelags ist Naturstein. Dies wirkt extrem wertig, ist aber kostentechnisch nicht zu unterschätzen. Eine günstigere Alternative it auch hier ein Kunststein oder ein Betonboden. Wachsender Beliebtheit erfreuen sich zudem auch sogenannte Outdoor-Fliesen, die meist mit einem Klick-Mechanismus einfach über den schlichten Untergrund gelegt werden. So wird der Balkon auf einfache und preisgünstige Art und Weise aufgewertet.

Bei der Wahl des Geländers wird häufig zu Aluminium, Lochblech, Glas oder Edelstahl gegriffen. Eher seltener geschieht der Griff zu einem Holzgeländer. Wer mag, kann die einzelnen Materialien auch miteinander kombinieren. In diesem Zuge kann auch der Zugang zum Balkon in entsprechender Weise gestaltet werden, so dass er optisch mit dem Balkon harmoniert.

Nicht zu vergessen: für den neuen Balkon muss ein Bauantrag gestellt werden!

Das Wichtigste, bevor der Bau des neuen Balkons beginnen kann, ist jedoch zunächst einmal den entsprechenden Bauantrag zu stellen. Dieser entfällt natürlich, wenn der Balkon Teil eines Neubauprojektes ist. Die Prüfung erfolgt dann automatisch mit der restlichen Überprüfung des Bauvorhabens. Unabhängig von der Konstruktionsweise des neuen Balkons bedarf dieser bei einem nachträglichen Anbau jedoch immer einer Genehmigung. Diese muss vor Baubeginn vorliegen.

Wenn alle Entscheidungen getroffen sind und auch der Antrag genehmigt wurde, kann es an die Fertigstellung gehen. Um dem Balkon noch den letzten Schliff zu verpassen und ihn gemütlich und wohnlich zu gestalten, fehlen zuletzt noch die passenden Möbel sowie Accessoires wie Blumen und Blumentöpfe und eventuell auch ein Sonnenschirm oder Grill. Die Gestaltung kann funktional gewählt werden oder auch im Sinne der Gemütlichkeit. Am Ende ist hier aber alles der Phantasie und den Wünschen des Besitzers überlassen.